2004 wurde das
grenzüberschreitende Projekt „Gedenkstätte Friedhof Archangelsk“ ins
Leben gerufen. Es sollte an den Beitrag der Deutschen in der
nordwestrussischen Region in der Zeit vom 16. Bis 19. Jahrhundert
erinnern und den Opfern der politischen Repression im 20. Jahrhundert
gewidmet sein.
Anton Bosch, damals Vorsitzender des Historischen
Forschungsvereins der Deutschen aus Russland, reiste erstmals 2007 in
das Archangelsker Gebiet und recherchierte in Archiven. Mit der
Historischen Abteilung der Pomorischen Lomonossow-Universität
Archangelsk (Professor Michail Suprun) und dem Deutschen Roten Kreuz
wurde vereinbart, ein „Trauerbuch Archangelsk“ zu schreiben.
In
der Region kamen auf den berüchtigten Solowki-Inseln und in anderen
GULAG-Stätten Zehntausende von verbannten Russlanddeutschen sowie
deutschen Kriegsgefangenen ums Leben. Die Forschungsarbeiten sollten
spätestens 2012 abgeschlossen sein. (Quelle: Volk auf dem Weg)
Michail Suprun fühlt sich bedroht
Historiker erforschte das Schicksal der Russlanddeutschen
Der Historiker Michail Suprun aus Archangelsk fühlt sich vom russischen Sicherheitsdienst FSB bedroht. Nach einem missglückten Anschlag fürchtet er auch um die Sicherheit seiner Familie. Suprun hat zum Schicksal russlanddeutscher Deportierter im Norden Russlands geforscht. Sein Projektpartner in Deutschland sorgt sich um den Wissenschaftler.
Im Jahr 2002 hat Andreas Wüst seine Dissertation unter dem Titel „Wie wählen Neubürger?“ (Leske+Budrich/ Opladen, 2002, 232 Seiten plus Anhang) vorgelegt. Die Arbeit fußt auf einer eigenständigen Datenerhebung, bei der Neubürger rund 70 Fragen zu beantworten hatten.
Wie wählen Zuwanderer?
Langfristig wird Migrationspolitik das Wahlverhalten bestimmen
Foto: Wikimedia Commons/Frank C. Müller
Russlanddeutsche stimmen bei Bundestagswahlen nach wie vor mehrheitlich für die CDU/CSU, Türkeistämmige für die SPD. Am Wahlverhalten dieser beiden größten Migrantengruppen in Deutschland hat sich seit 2002 kaum etwas verändert, so der Politikwissenschaftler Andreas Wüst in einem Beitrag für die Deutsche Welle.
Nach der NPD buhlt nun auch die extrem rechte Partei „pro NRW“ zu den Wahlen in Nordrhein-Westfalen um russlanddeutsche Stimmen. Nach Angaben aus der Partei soll sich ein Arbeitskreis Russlanddeutsche bei pro NRW gegründet haben, dessen Vorsitzender Alexander Voigt ist, Stadtrat aus dem bergischen Radevormwald.
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Auf Stimmenfang unter Russlanddeutschen
Die rechtsradikale NPD schürt Fremdenangst
Foto: Eva Kröcher / creative commons
Eigentlich sind sie der NPD völlig gleichgültig: russlanddeutsche Aussiedler, ihr Schicksal und ihre Lebensverhältnisse. Aber ihre Wählerstimmen hätte sie gern. Und zuweilen gelingt es ja auch, mit xenophobischer Rhetorik enttäuschte Hoffnungen und Vorurteile zu nutzen. Und dann gibt es auch noch sie - hörige Helfer und verstörte Mitläufer, vom Alltag in Deutschland überfordert und für einfache Formeln empfänglich.
In Kirgisistan leben noch 12.000 Deutsche. Die junge Generation zeigt immer weniger Interesse an der deutschen Sprache und Kultur, beklagen die Alten. Fehlendes Geld und anhaltende Abwanderung verschärfen den Trend.
"Rechtsextreme Parteien versuchen ... sehr stark, insbesondere um Russlanddeutsche zu werben. Aber die Erfolge sind zum Glück noch gering. Denn die rechtsextreme Propaganda ist widersprüchlich. So hat die NPD in einigen Städten in den Wohngebieten der Russlanddeutschen Flugblätter mit der Forderung nach einer russenfreien Zone verteilt. Das war eine starke Kränkung."
Christoph Bergner, Aussiedlerbeauftragter Berliner Zeitung, 21.01.2010
Russlanddeutsche im Visier der Rechtsextremen
In Bayern tauchten Flugblätter mit Naziparolen auf
Foto: ZDF
In Nürnberg und Fürth versuchen Neonazis in jüngster Zeit verstärkt, Russlanddeutsche anzusprechen und mit rechtsextremen Parolen zu ködern. Hinter der Aktion steckt „Freies Netz Süd“, ein Zusammenschluss von Neonazis aus Franken, der Oberpfalz und Oberbayern.
Der Historiker, Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Professor Dr. Klaus J. Bade (65) ist Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin. Bis 2007 lehrte er Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und war unter anderem Gründer des dort ansässigen ‚Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)‘.
„Integration bleibt Testfall für unsere Gesellschaft“
50 Jahre Einwanderungspolitik in Deutschland
Professor Bade in der Frankfurter Paulskirche
Die Integration von Zuwanderern in Deutschland ist eine gesellschaftspolitische Schlüsselfrage, sagt der Migrationsforscher Klaus J. Bade. Eine Rede in der Frankfurter Paulskirche.
Michail Suprun: Beschuldigungen sind politisch motiviert
Nach wochenlangem verordnetem Schweigen äußert sich Michail Suprun erstmals zur den Vorwürfen gegen ihn. Der Historiker aus Archangelsk rechnet nicht mehr damit, dass die Arbeit an dem geplanten Gedenkbuch fortgesetzt werden kann.
Jahrelang war Herta Müller in ihrer rumänischen Heimat drangsaliert worden, bis sie 1987 das Land verließ. Der Geheimdienst der Ceaucescu-Diktatur hatte nichts unversucht gelassen, die Schriftstellerin niederzumachen. Der Securitate zu Diensten: die Landsmannschaft der Banater Schwaben. Die Münchener Vertretung der aus dem rumänischen Banat stammenden Aussiedler sieht auch heute noch keinen Anlass zur reinigenden Rückschau. Ihr Geschäftsführer gratulierte Herta Müller zum Literatur-Nobelpreis - kurz und knapp.
Russlands Katholiken erwarten mehr staatliche Beachtung
Bischof Werth nennt Kritikpunkte
Bischof Josef Werth
Der russische Staat muss der katholischen Kirche des Landes stärker entgegenkommen. Diese Forderung hat Joseph Werth, Bischof von Nowosibirsk, in einem Gespräch mit Radio Vatikan erhoben.