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Hundert Jahre Deutsche im Altai

Gedenkveranstaltungen in Asowo

Das Jahr 2008 ist im Deutschen Nationalen Rayon Halbstadt/Altairegion zum Gedenkjahr erklärt worden. Das Motto lautet „100 Jahre Ansiedlung von Deutschen im Altai“. Bereits Anfang 2007 waren Russlanddeutsche, die inzwischen in Deutschland leben, mit diesem Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten. Auch im deutschen Landkreis selbst wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, der Vertreter aus den Abteilungen Kultur, Bildung und Sport sowie aus der Altai-Stiftung angehören.


Halbstadt, im Januar 2008 - Die Arbeitsgruppe stand unter der Leitung von Alexander Dubrowin, dem stellvertretenden Landrat. Für das Jubiläumsjahr wurde ein Plan mit Kulturveranstaltungen, wissenschaftlichen Konferenzen, Rund-Tisch-Gesprächen und anderen Aktionen aufgestellt. Ein Kalender mit speziellen Gedenktagen für den deutschen Rayon Halbstadt wurde gestaltet, und Broschüren zur Geschichte wurden herausgegeben. Im Dezember 2007 wurden in Barnaul im Museum für Geschichte und Literatur die „Kulturtage des Deutschen Nationalen Rayons“ eröffnet.

Dazu hatte man Ausstellungen vorbereitet, die den Alltag der Russlanddeutschen zeigten, und eine Ausstellung mit Werken einheimischer Künstler vorbereitet. Einen Tag lang präsentierten die Kulturgruppen ‚Morgenrot’ und ‚Ährengold’ den Einwohnern von Barnaul ihr Repertoire in deutscher Sprache. Zur gleichen Zeit fanden in den Rayonsdörfern Nikolajewka und Podsosnowo Tage der deutschen Kultur statt, an denen mehrere Laienensembles der Kultur- und Begegnungszentren teilnahmen, die die Besucher mit deutschen Liedern, Gedichten, Tänzen und lustigen szenischen Darbietungen erfreuten.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte man sich anlässlich des 115. Jahrestages der Gründung von Podsosnowo thematisch mit dem geplanten Jubiläumsjahr und den Perspektiven des Deutschen Rayons im Altai befasst. Aus dem deutschen Rayon Asowo im Verwaltungsgebiet Omsk waren Gäste gekommen, um gemeinsam Probleme der beiden deutschen Rayons, die sich in ihrer Geschichte sehr ähneln, zu erörtern. Die Bewohner haben vielfach das gleiche Schicksal erlitten, das von Kollektivierung, Verbannung und Arbeitslagern geprägt war.

Angesichts der anhaltenden Abwanderung und der instabilen politischen Verhältnisse ist heute für beide deutsche Rayons der Erhalt der deutschen Komponente von großer Bedeutung. Bruno Reiter, Landrat im Deutschen Rayon Asowo, informierte darüber, dass in seinem Landkreis derzeit nur noch 20 bis 30 Prozent der Bewohner Russlanddeutsche seien: Früher waren es einmal 90 Prozent.

Zum Erhalt der deutschen Komponente im Deutschen Rayon Halbstadt äußerte sich der ehemalige Landrat und heutige stellvertretende Direktor der Altai-Stiftung Fjodor Eckert: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass man mit dem Erlernen der deutschen Sprache unbedingt bereits im Kindergarten beginnen und die Ausbildung in den Schulen intensivieren muss. Sprachkurse für Erwachsene werden in Kürze nicht mehr kostenfrei sein, nur Kinder werden weiterhin nichts für Sprachkurse bezahlen müssen.“

Auf Anfrage teilte Bruno Reiter mit, dass nun endlich geplant sei, ein Denkmal für alle von staatlichen Repressalien Betroffenen zu errichten. Das Denkmal wird im Zentrum von Asowo zwischen einer katholischen und einer orthodoxen Kirche stehen.

Quelle: Ирина Фоменко: „100-летие заселения немцев на Алтай“;
Irina Fomenko: „100-letie zaselenija nemcev na Altai“,
http://egh.altai.ru/~test/index.php?language=ru&item=news&year=2007&sort=all&id=1011
Stand: 2. Januar 2008; Übersetzung: Norbert Krallemann


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