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„Mehr oder weniger zufrieden“

Studie über Aussiedler in Berlin
„Mehr oder weniger zufrieden“ Heimat für tausende Aussiedler: Marzahn-Hellersdorf

Fast die Hälfte der erwerbsfähigen Spätaussiedler, die im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf leben, ist ohne Arbeit. Rund 25.000 Russlanddeutsche haben sich in den vergangenen 17 Jahren in dem Stadtteil angesiedelt - viele in der Hoffnung, mit ihrer beruflichen Ausbildung „eine Existenz in der neuen Heimat begründen zu können“, heißt es in einer soeben erschienenen Studie über die soziale Lage der Spätaussiedler hier.

Berlin, 19. September 2007 – Die überwiegende Mehrheit der Spätaussiedler in dem als Brennpunkt geltenden Berliner Stadtteil ist mit ihrem Leben „mehr oder weniger zufrieden“. Das ermittelten Wissenschaftler für die Studie „Soziale Integration - soziale Lage – subjektive Befindlichkeiten von Spätaussiedlern“, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Aber auch: Unter den Zuwanderern aus Russland und Kasachstan herrscht die Befürchtung, als Bürger zweiter Klasse angesehen zu werden. Viele Befragte gaben in der Untersuchung zudem an, Angst vor Behörden zu haben, und äußerten die Sorge, wegen ihrer fremden Herkunft belästigt zu werden. Doch trotz ihrer Kritik an schwierigen Lebensbedingungen und oftmals fehlenden Berufsaussichten sind 64 Prozent der Spätaussiedler entschieden, in Deutschland zu bleiben.

„Ich wünsche mir, dass die Studie zu einer vielfältigen fachpolitischen Diskussion im Bezirk beiträgt und hilft, die Tätigkeit von Kommunalpolitik, Verwaltung und freien Trägern weiterzuentwickeln.“

Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle

Knapp ein Fünftel will vor einer Entscheidung über eine mögliche Rückkehr die künftige Entwicklung abwarten. Unschlüssig zeigten sich vor allem jüngere Spätaussiedler (bis 40 Jahre) und Eltern von kleinen Kindern. Ein Prozent will offenbar definitiv in die alte Heimat zurückkehren.

Fast 60 Prozent der befragten Russlanddeutschen begründeten ihre Übersiedlung in die Bundesrepublik damit, dass bereits Verwandte in Deutschland lebten. Etwa ein Fünftel gab an, mit der Situation der deutschen Minderheit in der ehemaligen Heimat unzufrieden gewesen zu sein.

Die Angaben in der 84 Seiten umfassenden Studie beruhen auf Befragungen, die in deutscher und russischer Sprache im Zeitraum von August bis Oktober 2006 in Marzahn-Hellersdorf durchgeführt wurden. Die Untersuchung war vom örtlichen Bezirksamt in Auftrag gegeben worden. Der im Osten Berlins gelegene Bezirk hat insgesamt knapp 250.000 Einwohner.

Haupt, Hanna; Wockenfuß, Manfred (Autoren),
Soziale Integration - soziale Lage –
subjektive Befindlichkeiten von Spätaussiedlern
in Marzahn-Hellersdorf 2006
Sozialwissenschaftliches Forschungszentrum
Berlin-Brandenburg e.V., Juli 2007, 84 Seiten

 
Links zum Thema
- Sozialwissenschaftliches Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V.
 
Downloads
- Studie „Soziale Integration ….“ (640 KB)


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