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Auswanderungsmuseum der besonderen Art

Russlanddeutsche Kulturgeschichte in neuen Räumen

Erst in Deutschland haben sich viele Russlanddeutsche mit ihrer eigenen Geschichte befassen können. Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold will dabei helfen.

Detmold, im Juli 2011 - Mit Gästen aus Politik, Kultur und Öffentlichkeit sind am 22. und 23. Juni in Detmold die neuen Räumlichkeiten des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte feierlich eröffnet worden. Präsentiert wurde die neue Dauerausstellung „Ausgepackt. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“.

„In der Sowjetunion konnten wir nichts über unsere Geschichte erfahren. Viele haben erst in Deutschland begonnen, sich mit der eigenen Familiengeschichte oder die der Volksgruppe auseinanderzusetzen. Dieser Erinnerungsschatz soll nicht nur vor dem Vergessen bewahrt werden, sondern sich auch ins kollektive Bewusstsein der jüngeren Generationen der Russlanddeutschen und der einheimischen Nachbarn einprägen, um so Teil der heutigen Gesamtkultur in Deutschland zu werden“, sagte Museumsleiterin Katharina Neufeld zur Eröffnung.

500 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es im Museum

Ganz klein hatte es angefangen – mit einer Wanderausstellung des inzwischen verstorbenen Otto Hertel, der lange Jahre Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Nordrhein-Westfalen war. Von Anfang an gab es  eine enge Partnerschaft mit dem Christlichen Schulförderverein Lippe e.V.. Auf dem Detmolder Gelände der privaten August-Hermann-Francke-Gesamtschule war 1988 ein erster Ausstellungsraum für das geplante Museum eingerichtet werden.

Im März 1996 fand die Eröffnung des „Museums zur Geschichte der Deutschen in/aus Russland“ statt, sechs Jahre später wurde der „Museumsverein für russlanddeutsche Kultur und Volkskunde e.V.“ gegründet, der Aufbau und Unterhalt des Museums übernahm. Aus anfänglich 50 Ausstellungsstücken sind inzwischen mehrere tausend geworden.

Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin im NRW-Integrationsministerium, sprach zur Eröffnung des Museums

Das Museum in Detmold ist ein Auswanderungsmuseum der besonderen Art. Die Geschichte der Deutschen in Russland kann man hier bis ins zehnte Jahrhundert zurück verfolgen. Eine eigenständige Kultur entwickelte sich jedoch erst im 18. Jahrhundert. Noch immer ist wenig bekannt, dass allein zwischen 1764 und 1850 über 160.000 Deutsche nach Russland auswanderten.

Die Ausstellungsfläche des neu eröffneten Museums umfasst rund 500 Quadratmeter und verteilt sich auf zwei Etagen. Das Erdgeschoss zeigt die Geschichte der ersten Deutschen in Russland um 964 über die Auswanderung im 18. und 19. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zeugnisse bäuerlicher Vergangenheit
Das Untergeschoss befasst sich mit der Geschichte und Kultur der  vergangenen hundert Jahren in Russland/Sowjetunion sowie die Rückwanderung nach Deutschland. Die Ausstellungsstücke - Familienfotos, Dokumente, Kunstwerke und Arbeiten von Modellbauern - veranschaulichen die Zeitabschnitte. Ein Kartentisch im Erdgeschoss zeigt die Wanderwege und Siedlungsgebiete der Russlanddeutschen sowie Biografien herausragender Persönlichkeiten. (Information und Fotos: Nina Paulsen)

Kontakt:
Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
Georgstraße 24
32756 Detmold
Tel.: 05231–92 16 26
E-Mail: museum@russlanddeutsche.de
http://www.russlanddeutsche.de

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Zur Person


Dr. Katharina Neufeld (59) ist Mitbegründerin und Leiterin des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte. Die Historikerin, die an der Staatlichen Universität Samara ihre wissenschaftliche Laufbahn begann, ist 1998 aus Russland nach Deutschland ausgesiedelt.

Über die Arbeit des Museums sagt sie: "Wir wollen erklären,
erzählen und die Besucher zum Staunen bringen. Die Hälfte von ihnen sind Russlanddeutsche, aber besonders freue ich mich über neugierige Besucher von hier."